Samstag, 21. Januar 2012

So schnell vergeht die Zeit...

...und seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder ein halbes Jahr vergangen! Und sicher können sich meine lieben Leserinnen und Leser denken, warum ich nicht getippt habe: Richtig, ich hatte keine Zeit dazu. Wenn man sich mit der Entwicklung von Kleinstkindern befasst hat, weiß man, dass in etwa mit 6 Monaten deren Erkundungsradius rasend schnell vergrößert wird. So ist man als Mami spätestens bei einem mit dem Robben anfangenden Baby noch mit etwas Freiraum ausgestattet, wenn das Kleine zu krabbeln anfängt (kurze Zeit später) ist man schon etwas beengter, dann geht es mit dem Gehen weiter (gut, da sind sie dann schon etwas über ein Jahr alt) und man kann gar nicht mehr irgendwo in Ruhe sitzen, aber ratet mal was dann kommt? Genau, das KLETTERN. Und ja, dann ist es endgültig vorbei mit dem in Ruhe wo sitzen. Ausser, man wohnt in einer sehr spärlich eingerichteten ebenerdigen Wohnung (also ohne Stockwerk), ausser man leint das Kind an und stopft sich gegen den Protest Oropax in den Gehörgang, ausser man schafft sich überall Gitter an (und zwar solche, die auch vom größeren Geschwisterkind nicht geknackt werden können - Komplitzentum erster Sahne sage ich nur) und ausser man steckt sein Kind in eine mehr oder weniger große Gehschule.

Wir haben nichts davon. Aufregend wurde es aber auch schon vor dem Herumgewusel bei Tisch, als unser kleiner Mann mit Begeisterung zu Essen anfing. Und zwar so ziemlich alles. Ohne Zähne. Ich erinnerte mich zunächst mit großem Schreck dran, als wir unserer Großen - schon mit Zähnen - ein paar gekochte Reiskörner beim Japaner zum Kosten gaben und sie dann in arges Gewürge ausbrach. Doch als ich sah mit welcher Hingabe unser Sohn zahnlos Riesennudeln, Kipferlstücke, Brot, Mais-, Reis- und Dinkelwaffeln so lange lutschte und quatschte bis sie schluckbar waren (er hat wohl gelesen, dass es wichtig ist, Nahrungsmittel vor dem Schlucken gut einzuspeicheln), verlor ich diese Angst sehr schnell und genoß, dass wir recht bald eine große Auswahl an Essbarem für ihn zur Verfügung hatten, ganz unabhängig von den praktischen Dosen- äh, nein Gläschenangeboten. Im Übrigen hatte dieses Verhalten keine Abneigung der Muttermilch gegenüber zur Folge, und wir stillen nach wie vor. Mittlerweile Morgens und Abends, denn ich habe am 6.1. beschlossen, dass Junior Nachts fasten darf und so fand er sich nach einer mehr oder weniger unruhigen Woche mit nächtlichem Protest und viel Ersatzkuscheln damit ab und schläft nun seit ca. 6 Tagen von 19:00 bis 5:30 durch. Da er ja seit jeher ein Kind ist, welches auf seine Nachtruhe mehr als bedacht ist, schläft er schon seit einiger Zeit auch im Nebenzimmer statt wie zuvor an unser Bett angedockt. Nachts wenn er zum Stillen aufgewacht ist, hat ihn Papa David einfach immer zu uns geholt und dann wurde weitergeschlafen. Das war sehr angenehm für mich, denn Junior konnte gut schlafen und ich musste nicht aufstehen und fand es gerecht, dass ich das Kind nähre und mein Mann es als Ausgleich bringt. Nun schlafen wir also spätestens ab 5:30 zu viert im großen Bett - denn unsere liebste Lily kommt natürlich um spätestens Mitternacht an meine Seite und legt sich mitunter völlig unbemerkt zu uns. Erstaunlich, wie unterschiedlich Kinder sind. Sie hat immer schon so viel Körperkontakt beim Schlafen gebraucht, dafür war das nächtliche Abstillen bei ihr früher und schneller ohne Aufsehens erledigt. Sie schlief dann einige Zeit gut durch bis ihr kleiner Bruder auch ins Elternschlafzimmer einzog. Da wurde es ihr da zu laut und sie wollte allein schlafen. Jetzt wo er wieder ausgezogen ist möchte sie bei uns sein und schläft nicht mehr durch, nur wenn sie bei uns schläft. Ich habe nichts dagegen, mir wäre allerdings lieber wenn wir insgesamt noch zumindest 1 weiteres Bett an unseres anstellen könnten, sodass wir mehr Platz haben. Mal sehen!

Mittlerweile habe ich auch wieder meine regelmäßige Tätigkeit (3 x die Woche Vormittags) als Mentaltrainerin aufgenommen und gebe meine Kurse zur Geburtsvorbereitung, was mir viel Spaß macht. Währenddessen wird Junior von einer sehr lieben Babysitterin umsorgt. Das kostet zwar mehr als eine Krippe, aber er ist einfach nicht der Krippentyp. Mittlerweile nutzt auch eine liebe Freundin unsere Babysitterin und so sind es zwei Kinder die gehütet werden und die haben viel Spaß zusammen. Mini-Krippe! Oder Luxus-Krippe. Ich habe gemerkt, dass ich nicht die klassische Vollzeit-Mami-Hausfrau bin. Ich liebe es, meine Kinder zu begleiten und zu unterstützen, aber es ist mir - gelinde gesagt - unangenehm, dass das gleichzeitig bedeutet, Putz-, Aufräum- und Kochperson für sie zu sein. Mir wäre es lieber, wenn ich mir das wirklich ersparen könnte, aber das ist schon schwierig in unserer Partnerschaft.

Wobei wir bei einem weiteren wesentlichen Thema der letzten Monate wären: Unserer Ehe! Wir haben gerade eine turbulente Zeit durchgemacht. Ich selber hatte eine interessante Begegnung mit einem anderen Mann, der mein Herz ziemlich berührte (auch gelinde gesagt. In Wahrheit habe ich mich gefühlt wie ein verliebter Teenie). Und da ich ein sehr offener und ehrlicher Mensch bin, gerade meinem Mann gegenüber, wurde das offen angesprochen und wir durchlebten miteinander eine starke Phase der Beziehungspflege. Viel Kommunikation, viel Zeit miteinander, viel Reflexion zusammen und allein, schließlich viel neue Liebenschaft in unserer Ehe. Eine Phase in der ich mich hin- und hergerissen fühlte, nicht wusste, ob ich lieber alles hinter mir lasse für ein Abenteuer und dann das Finden einer Klarheit, die mich zurück - oder neu hinzu? - zu meinem Ehemann, meiner Familie führte. Wieder hier angekommen hat alles eine neue Qualität bekommen. Wir fühlen uns gereifter, gewachsen und einander zugewandter. Letztlich fühlen wir uns freier. Wir haben uns von einander gelöst, ohne den innigen Faden der uns verbindet zu verletzen, haben uns Raum gegeben um unsere Baumkrone besser zu entfalten, ohne unsere Wurzeln zu verlieren. Jedenfalls sind wir entspannt, was das Leben noch für uns bereithält und genießen gerade jeden Moment so gut wir können. Denn schließlich leben wir nur jetzt - nicht gestern, das ist vorbei, nicht morgen, das kommt erst. Das Heute ist es, was zählt.

Sonntag, 29. Mai 2011

Ausführlicher Reisebericht Malta

Wie versprochen liefere ich allen interessierten Leserinnen und Lesern einen ausführlichen Bericht zum Thema Malta's Tempelanlagen - Verehrung der Großen Mutter:

Malta – Familienreise auf die Insel der großen Göttin

Ende März 2001 haben wir uns spontan dazu entschlossen, dem hiesigen Regenwetter zu entfliehen und eine auf den ersten Blick „normale“ Insel im Süden zu besuchen: Malta. Dass dieses kleine Eiland im Mittelmeer ursprünglich der großen (Ur)Mutter gewidmet war, erfährt man erst bei näherem Hinschauen.

Auf Wikipedia ist über Malta zu lesen: Die Republik Malta (malt. Repubblika ta’ Malta) ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Der maltesische Archipel verteilt sich auf die drei bewohnten Inseln Malta (einschließlich Manoel Island, etwa 246 km²), Gozo (malt. Għawdex, etwa 67 km²) und Comino (Kemmuna, etwa 3 km²) sowie auf die unbewohnten Inseln Cominotto (Kemmunett), Filfla (Filfola), St. Paul’s Islands und Fungus Rock.

Der Name stammt von der punischen Bezeichnung für Zufluchtsort malet, die Griechen nannten die Inseln Melite (Μελίτη), bei den Römern hieß sie Melita.

Malta wurde am 21. September 1964 unabhängig. Am 1. Mai 2004 wurde es Mitglied der Europäischen Union und ist seitdem ihr kleinster Staat. Zum 1. Januar 2008 wurde in Malta der Euro eingeführt.

Malta – Die Insel der großen Mutter

Auch wenn in zahlreichen Reiseführern (On- und Offline) nur wenig darüber zu lesen ist, und man vor Ort sogar Gegenteiliges hört, gab es auf Malta ursprünglich und ganz eindeutig eine stark ausgeprägte Verehrung der großen Muttergottheit. Allein der Name Malta spricht hierfür Bände: Der ursprüngliche Name Melita ist ein karthagischer Name der Göttin, selbst die Bezeichnung Malta, ursprünglich MaLat geht auf die Göttin Lat zurück (Mutter = Ma, Lat = Göttin Lat). Sie war die Begründerin der matriarchalischen römischen Kultur. Lat galt als der Mond (die Mondin), welche die universale Nahrungsquelle darstellte aus der in Form der himmlischen Brust die Milchstraße floß.

Abgesehen von dieser eindeutigen Hinweise auf die Göttin findet man auf Malta heute noch eine Vielzahl von Tempeln der sogenannten Megalithkultur, welche etwa 3800 Jahre v. Chr. Fuß fasste, darunter sogar beeindruckende Anlagen unterhalb der Erde (Hypogäum).

Ancient Mother I hear you calling, ancient Mother I hear your song,...

Dieses Lied hat mich auf Malta im Grunde ständig begleitet. Zuerst einmal im Archäologischen Museum von Valetta, welches wir zu viert – Lily an der Hand und Ennio auf den Rücken geschnallt – noch relativ spät Abends am Tag unserer Anreise besuchen konnten. Mit recht wenigen Hinweisen auf die Göttin ausgestattet ist man dort doch erst einmal verwundert. Wie kann es sein, das man in einem Museum so überhaupt keinen Hinweis darauf findet? Im Museum ausgestellt ist die sogenannte Sleeping Lady, eine kleine schlafende Venus, mit so wunderschöner Präzession gearbeitet, dass man staunen muss. Man findet noch weitere Funde aus den Tempelanlagen (darunter z.B. auch Phallusse, Schalen,...), jedoch keine Information darüber, dass hier der/einer Göttin gehuldigt wurde. Eher unbefriedigt über die Wissenslücke melden wir uns für Resttickets an, um am nächsten Morgen ins Hypogäum gehen zu können. Hier werden täglich nur begrenzte Besucherzahlen eingelassen und man kann selbst Online auf Monate hinweg kein Ticket kaufen. Wir haben Glück – die Tickets gibt zwar erst am nächsten Morgen für den darauffolgenden Tag in einem anderen Museum zu kaufen, aber wir haben sie in der Tasche!


Im Kreis von Leben und Tod - Tarxien

2 Tage später sehen wir uns also im schönen Örtchen Tarxien (sprich Tarschiin) den ersten der Göttin geweihten Tempel an. Die Anlage wirkt beengt, da sie sich mitten im Ortskern hinter einem Haus und von Mauern umgeben befindet und doch spürt man ein erhabenes Gefühl, wenn man die Anlage betritt, auch wenn es sich um eine Rekonstruktion nach Ausgrabungen (1914-1917) handelt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Tempeln auf Malta und Gozo scheint Tarxien geometrisch am Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende (statt am Sonnenaufgang) ausgerichtet zu sein. So kann man Aufzeichnungen Klaus Albrechts zufolge, dessen Buch „Maltas Tempel – zwischen Religion und Astronomie“ ich im angeschlossenen Tempelshop erstehe, zur Wintersonnwende verschiedenste Licht-Effekte entdecken, wobei jeweils verschiedene (Opfer?)Altäre in Sonnenlicht getaucht sind. In Tarxien befindet sich ein kleiner Altar, der lt. Angabe der hiesigen Angaben zufolge mit einem Relief von Ziegen, Schafböcken und einer Sau verziert ist. Mir erscheint es logischer, dass diese Tiere zumindest einen Widder und einen Eber darstellen. Der Widder ist (so wie auch Stier, Hirsch und Geißbock) eines der gehörnten Tiere, die den phallischen Gott verkörperten welcher sich selbst für das Wohl der Menschen als Opfer darbrachte. Widder wurden demnach oft als Opfertier genutzt. Der Eber ist ebenfalls ein beliebtes Gottesopfer (Ebergott) gewesen, ursprünglich aus dem indischen Vishnu-Kult entstanden und in germanischen Kreisen verehrt. Er wurde vor allem am Julfest geopfert (Wintersonnenwende!), in Griechenland z.B. der Erdgöttin Demeter. Dies bewerkstelligte man gerne in Form der Erde, die das Opfer verschlingt. Man trieb dazu Opferschweine in eine Grube. Interessanterweise ist in Tarxien eine solche Grube zu finden – natürlich ohne entsprechenden Hinweis auf diese mögliche Handlung. Das Opferschwein wird auch stark in Zusammenhang mit (Mutter) Tod gebracht.

Nachdem wir Tarxien verlassen, dürfen wir uns das Hypogäum von Ħal-Saflieni (zw. 3800 und 2500 v. Chr. entstanden und seit 1980 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt), ebenfalls in Tarxien gelegen, ansehen – natürlich nur ohne Kinder. Wie man das macht, wenn man 2 Kinder mithat, und nur 2 Eintrittskarten für Erwachsene zur gleichen Zeit erstanden hat? Wohl nur durch die wohlwollende Führung der Göttin: Wir sind früher dort als geplant und in der Gruppe vor uns ist noch ein Platz frei, sodass wir uns abwechseln können. So ein Segen! Denn das was wir hier bestaunen dürfen ist wirklich einmalig. Direkt in den Fels geschlagen befinden wir uns in einem Heiligtum, dessen wahre Bedeutung man auch hier zu vertuschen versucht. Die gefundenen Venusfiguren werden als Männerdarstellungen ausgelegt und die Ganze Anlage soll „nur“ als Grab gedient haben. Wenn man das Hypogäum durchschreitet, fragt man sich, wie das wohl gegangen sein mag, denn es müsste da unten so nach Verwesung gestunken haben, dass man wohl kaum ohne Gesundheitsgefährdung rein- bzw. wieder rauskam. Vielmehr sieht es aus wie ein großartiger unterirdischer Tempel zu Ehren der großen Mutter. Man kann zahlreiche Räume bestaunen, Altäre und wunderschöne rot verzierte Wände, und einen Raum mit toller Akustik. Das wundervolle Rot steht selbstverständlich symbolisch für Blut – Menstruationsblut, um genau zu sein. Auch das erfährt man natürlich nicht vor Ort (hier ist lediglich von Verzierungen die Rede, die eben zufällig rot sind). Die vielfältige Aufgabe und Bedeutung des Mondblutes sei hier nicht ausgeführt, aber soviel muss gesagt sein: Ursprünglich gab es einen weiblich orientierten Schöpfungsmythos, der von der Entstehung des Menschen aus Lehm und Mondblut handelte. Im präislamischen Arabien war Al-Lat ebendiese die Göttin der Schöpfung. Im Hinblick auf den Tod galt das Rot des Blutes oft als eine Verklärung nach dem Tod, auch mit einer Art Auferstehung oder Wiedergeburt verbunden. Vieles, das rot bemalt wurde, galt als heilig und mächtig. Im alten Griechenland wurden Gräber mit Ocker gerötet, um sie der Gebärmutter der Erdmutter anzugleichen, aus der die Toten wiedergeboren werden sollten. Selbst die Knochen der Toten wurden gerötet, wie man sogar in Gräbern auf Malta erkennen konnte. Möglicherweise war das Hypogäum auch Grabstätte, aber sicherlich nicht in jener Art und Weise, die man dort heute zu verbreiten versucht (nämlich in Form eines Massengrabes). Betritt man das Hypogäum offenen Herzens wird man spüren, wo man hier gelandet ist: An einem Kraftort, innig verbunden mit dem heiligen Kreis des Lebens. Ein gut gelungener Artikel dazu mit Bildern ist hier zu finden: http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,143939,00.html

Mit Liebe und Freude – Hagar Qim, Mnajdra

Erfüllt von Energie und Liebe besuchen wir am nächsten Tag die Anlagen von Hagar Qim und Mnajdra. Die beiden Tempel liegen an der südlichen Küste Maltas. Hagar Qim erreicht man zuerst, denn er liegt auf einer kleinen Anhöhe. Die ganze Anlage ist umzäunt, da es in den vergangenen Jahren vandalische Übergriffe gab. Zudem wurden über die Tempel große Schutzsegel gespannt, um sie vor der Witterung und somit dem Verfall zu schützen. Dennoch liegt ein Zauber über den Anlagen. Als ich den Tempel betrete, ist es mucksmäuschenstill um mich herum. Selbst Lily, die ja immer am Plaudern ist, beruhigt sich. Viel kann man sich leider nicht ansehen, da nur ein einziger Weg (der gerade durch den Tempel führt) begehbar ist. Der Tempel ist im Grunde eine Rekonstruktion der ursprünglichen Anlage, Original-Teile und -Funde sind im archäologischen Museum von Valetta konserviert. Dennoch wirkt der Tempel aufgrund seiner Größe gewaltig und ich frage mich, wie es wohl früher gewesen sein muss, denn der Tempel soll sogar überdacht gewesen sein. In Albrechts Buch lese ich, dass bei zur Wintersonnenwende die aufgehende Sonne zuerst auf den linken Altar fällt, an dem sich eine wunderschön mit Spiralen geschmückte Steinplatte befindet, danach wandert die Sonne über Stunden durch nahezu jeden Winkel des Tempels. Ist das nicht genial? In einem „Seitenfenster“ fällt mein Blick auf die kleine, Malta vorgelagerte Insel Filfla, die angeblich keinerlei Bedeutung hatte. Spannend, dass auch auf der kleinen, mittlerweile unter Naturschutz stehenden Insel eine winzige Kapelle (die heute völlig zerstört ist) aus dem 14. Jahrhundert in einer Höhle gefunden wurde, in der man das Abbild einer Madonna betrachten konnte (dieses ist heute noch in Zejtun zu besichtigen). Als ich wieder aus dem Tempel heraus ins strahlende, warme Sonnenlicht trete und den Ausblick über das Meer genieße, erfüllt mich eine tiefe Freude. Ich denke an Angelika und ihren Doula-Kreis, der mir das Tor zur Frauenspiritualität geöffnet hat. Ich denke an all die Frauen, die ich seither getroffen habe und die Erfahrungen der letzten Zeit. Eine starkes Gefühl der Verbundenheit ergreift mich und mit diesem Gefühl wandern wir – Ennio schlafend auf meinem Rücken, Lily in ihrer Weise mutig voranlaufend und David mit kräftigem Schritt vor mir – still durch die Natur zur Anlage Mnajdra, welche unterhalb von Hagar Qim nahe der Klippen liegt. Diese Anlage ist wahrlich ein Meisterwerk und ich freue mich, dass man hier ein wenig mehr herumwandeln kann. Die Anlage welche ca. 4.000 v. Chr. erbaut wurde, besteht aus 2 gleich großen Tempeln und einem kleineren Tempel. Ihnen vorgelagert ist ein großer Platz. Ich bemerke große Steine mit kleinen Einbuchtungen (wirken wie Tupfen) und lese später, dass man auch hier versuchte, sich mit Mutter Erde zu verbinden, indem man vor dem Gebet in den Stein „bohrte“. Dadurch entstanden diese Vertiefungen, die heute so wunderschön wie eine Verzierung aussehen. Beim Eintreten in den Tempel empfängt mich überraschenderweise üppiger, grüner Klee, der aus dem blanken roten Fels wächst. Was für ein Symbol: In der kargen, trockenen Anlage schickt die Göttin ein Zeichen der Fruchtbarkeit und des Glücks!

Wie ich später herausfinde, sind die Tempelanlagen Maltas im Grunde (Tarxien ist hier eine Ausnahme) alle in Form jener Frauenstatuen angelegt, die man in ihnen gefunden hat und der Eingang liegt in der Regel an der Stelle der Vulva dieser gigantischen „Frau“. Hier schließt sich dann auch der Kreis, warum die Ausrichtung der Tempel mit dem Sonnenaufgang (oder Untergang) korreliert: Hierdurch wurde die geschlechtliche Vereinigung von Göttin (Mondin, Erde) und Gott (Sonne) symbolisiert.

In der Stadt der großen Mutter Lat – Mdina/Melite

Zum Abschluss des Tages schauen wir uns noch das römische Städtchen Mdina an, welche ursprünglich Maltas Hauptstadt namens Melita, ein direkter Hinweis auf die große Göttin wie wir zu Beginn schon erfahren haben. Melita bedeutet wortwörtlich „Geburts-Erzeugerin“, ein kathargischer Name für die Göttin, welche den Ur-Mutterleib des Abgrunds personifizierte, welche dafür verantwortlich war, den Sonnengott zu heiraten. Natürlich ist hierüber heute nichts mehr vor Ort zu erfahren, zu sehr ist man darauf bedacht, dass alles christlich/römisch-katholisch ausgelegt ist. Wir gönnen uns zu Ehren der Göttin einen herrlichen, ca. 20 cm hohen, üppigen Schokoladekuchen im Terrassencafé Fontanella Tea Garden und denken an die schon viel zu früh nahende Abreise am nächsten Mittag.

Abschließende Worte

Malta sieht mich bestimmt bald wieder! Eine Reise wert sind nämlich unbedingt noch die gigantischen Tempelanlagen von Ggantija sowie das Hypogäum auf der Nachbarinsel Gozo. Und auch die Höhle von Calypso, jener Nymphe welche Odysseus 7 Jahre lang „gefangen“ hielt, ist auf Malta zu entdecken. Das ist nicht verwunderlich: Nymphen dienten ursprünglich in den alten Tempeln der Großen Göttin als Priesterinnen. Durch eine glückliche Fügung bin ich unlängst auf Veronika Schenter http://www.veronikaschenter.com/ aufmerksam geworden, die Göttinnenreisen nach Malta veranstaltet. Vielleicht organisieren wir mit ihr 2012 ja gemeinsam eine Frauen-Doula-Reise nach Malta? Zu Tun gäbe es dort übrigens auch einiges für uns: Als ich in einer Snackbar ins Gespräch mit einer schwangeren Frau komme, erfahre ich, dass man hier weder Hebammen noch Doulas hat – man „wird von einem Arzt entbunden“, die Hebamme ist zwar anwesend hat aber nichts zu tun/zu sagen und jeder Frau wird eigentlich zum Kaiserschnitt geraten. Wer mehr zum Thema Frauen, Göttin und Matriachat wissen möchte, dem lege ich das Buch „Das geheime Wissen der Frauen“ von Barbara G. Walker sehr ans Herz, welchem ich viele der hier erwähnten theoretischen Ausführungen entnommen habe.

Sonntag, 17. April 2011

Ein Abenteuer jagt das Nächste

Nun haben wir es also gewagt und sind das erste Mal zu viert auf Urlaub geflogen. Brave LeserInnen meines Blogs wissen, dass wir auf Malta waren. Das ist eine sehr sehr interessante Insel. Zunächst eine kurze Zusammenfassung unserer Reise: Die war nämlich ein Hit. Wir sind beim Hinflug schon behandelt worden wie echte VIPs und zwar ganz ohne was dafür zu tun, einfach weil wir mit Baby gereist sind. Wir bekamen im (halbvollen) Flugzeug eine ganze 6er-Reihe für uns und Ennio hat alles verschlafen. Der Loop-Belt, den ich verwenden musste um ihn an meinem Gurt anzuschnallen, war OK. Er hätte Ennio im Fall des Falles aber sicher nicht geschützt. Naja! Während des Fluges hat Ennio also sowieso geschlafen und zwar in meinen Armen, ich schaffte es sogar mal Pipi zu gehen und ihn David in die Hand zu drücken, ohne dass er aufwacht. Prima, dieser geringere Sauerstoffgehalt im Flugzeug *grins*. Lily war total cool und gelassen und die Flugzeit von ca. 2 Stunden war im Nu vorüber. Beim Aussteigen haben wir uns gleich unseren Mietwagen geholt (inkl. Kindersitz) und durften uns gleich mal ordentlich an den Linksverkehr gewöhnen. So ein Spaß! David fuhr rückwirkend betrachtet nach 2 Fahr-Stunden bereits rasender als die Einheimischen (er nannte es "Wir passen uns einfach dem hiesigen Fahrstil an") und ich gewöhnte mich langsam daran, dass ich links einsteigen musste wenn ich nicht fahren wollte...

Unser Hotel war ebenso einmalig und toll. Ein 5-Sterne-Palast am Rande Valettas mit riesen Balkon und Hafenblick, netten Betten für die Kinder (unser Reisebett konnten wir wieder einpacken), riesiges Bett für uns. Alles da was wir brauchten. Wir waren begeistert. Restlos begeistert war ich aber nach dem Mittagessen. Es war wirklich SEHR lecker! Und dabei war es bloß ein Sandwich... aber eben ein delikater Sandwich. Auch die übrigen Mahlzeiten (wir hatten Halbpension) waren schlicht und ergreifend großartig und fein.

Die Tage verbrachten wir großteils unterwegs - wir sind die gesamte Insel rauf- und runtergefahren und haben abgesehen von den Nachbarinseln fast alles angeschaut was es anzuschauen gibt. An erster Stelle müssen hier natürlich die Tempelanlagen erwähnt werden, die seinerzeit zu Ehren der großen Muttergottheit erbaut wurden. Ich schreibe demnächst mal einen Artikel dazu, den werd ich vielleicht hier reintun... Jedenfalls wurde in Malta ausgiebig der großen Göttin gehuldigt, auch wenn man vor Ort Anderes hört (die Statuen mit den riesigen Brüsten und breiten Pöpschen sollen dann doch Männer darstellen, hahahaha, so ein Spaß). Wir hatten sogar das Glück das Hypogeum, eine unterirdische Tempelanlage, zu besichtigen. Glück, weil es hier nur ganz wenige Tickets pro Tag gibt - wir haben Restplätze ergattert, die Kinder mussten draussen bleiben. Hier ein Tipp: Denkt daran, dass ihr nicht gleichzeitig zu zweit zur Führung gehen könnt und gleichzeitig einer die Kinder bewachen kann. Wir kamen erst vor Ort drauf und glücklicherweise wurden wir "verschoben", sodass wir nacheinander rein konnten und die Kinder abwechselnd hüten konnten. Sehr bezahlt hat sich dabei mein Ergo Baby Carrier gemacht, den ich im Geschäft Kleines Ich in Mödling gekauft habe, weil ich so das raunzigere Kind auf den Rücken schnallen konnte und das andere Kind wurde im Kinderwagen rumgefahren. Sehr praktisch und Nervenschonend.
Die anderen Tempel (oberirdisch) waren ebenfalls beeindruckend und man konnte die Vibes der Göttin gut spüren, wenn man einen Draht dazu hat. Ich jedenfalls habe mich dort großartig gefühlt!

Wir haben uns dann noch so manch Anderes angeschaut, z.B. die Ex-Filmkulisse von Popeye, den Großmeisterpalast in Valetta und das Archeäologische Museum in Valetta, das Fabriksgelände von Playmobil (darauf kann man echt verzichten!!!) aber ganz toll war wirklich die Landschaft an den Küsten. An der Golden Bay durfte Lily mit Papa sogar die Füße ins (superkalte) Wasser stecken... zum Schwimmen sind wir lieber ins Hoteleigene IndoorPool ausgewichen. Nach 4 Nächten gings - für unsere Verhältnisse zu früh! - retour nach Wien. Wir wurden noch zuvorkommender behandelt, hatten wieder eine Reihe für uns, flogen aber gut 1 Stunde länger da es Turbulenzen gab. Ennio hat wieder alles verschlafen! Und mir ist der Arm eingeschlafen, aber was tut man nicht für ein ruhiges Kind?

Zurück in Wien haben wir beschlossen, dass Malta uns bald wiedersehen wird.

Was hat sich noch getan in den letzten Wochen? Nun, zum Einen haben wir die "letzte" viele Zeit miteinander genossen, denn Lily geht seit 2 Wochen in den Kindergarten. Wir haben überraschend eine Platzzusage erhalten und es läuft sehr gut. Sie fühlt sich richtig wohl und hat sich schnell eingewöhnt. Am Samstag haben wir dann ihren 3. Geburtstag gefeiert, etwas anders als gewohnt, da ich am Nachmittag zu einer Fortbildung musste, aber doch ausgiebig: Die ECHTE Prinzessin Lillifee hat uns nämlich besucht und mitgefeiert. Ja, da staunt ihr. Woher die wohl wusste, das Lily Geburtstag hat? ;-) Mein Tipp: Prinz und Prinzesschen http://www.prinz-und-prinzesschen.at/ Das war echt einmalig und sehr sehr sehr schön. Unser Geschenk für unser großes Mädchen *heul* Kindergäste gab es noch keine, wir haben das Fest mit Tante Lisi und Tante Kati genoßen, der Nonno war natürlich auch da. Am Nachmittag gings zum "Auslüften" und Auslaufen in den Zoo. Das war dann echt genug und Lily war richtig froh am Abend ins Bett zu kommen.

Nun, morgen werden wir dann wohl wieder ein neues Abenteuer starten: David startet in seinem neuen Job! Bin gespannt wie es ihm ergehen wird, und uns, wieder so ganz allein zu Dritt - wobei, die Osterferien dauern ja nur eine Woche ;-)

Ich berichte Euch wie es gegangen ist! Mehr demnächst.

Donnerstag, 10. März 2011

Frühling komm herbei!

Viel hat sich ereignet seit meinem letzten Eintrag hier. Zunächst einmal haben wir uns letztlich für ein ganz schlichtes, mittelgroßes Auto entschieden: Einen Peugeot 207, 5türig und zu einem angenehmen Preis (Husky-Edition). Damit bin ich sehr glücklich, denn wenn es kommt wie es soll wird mein Liebster demnächst einen neuen Job samt zugehörigem großen Firmenwagen haben und so brauchen wir ja schließlich keine 2 Riesenkarossen. Ja, es ist tatsächlich so, dass ich nun seit gut 3 Monaten mit meinem jobwechselndem Mann den Familienmanagement-Job teilen durfte, da er eine lange Auszeit genießen durfte. Herrlich und seltsam zugleich, so zusammenzupicken.... Aber kennt ihr das Gefühl noch von den Sommerferien in der Schulzeit? Man nahm sich unendlich viel vor was man alles tun würde und wie und wann und letztlich hat man 1. kaum etwas davon 2. ganz viel von was anderem und 3. alles in letzter Sekunde gemacht. So geht es uns auch glaube ich. Wir fahren Ende des Monats noch schnell in die Sonne (man weiß ja nie, wann man dafür je wieder Zeit haben wird hahaha!), genau gesagt geht es nach Malta mit dem Flugzeug. Das wird sicher spannend mit den 2 Kids. Aber wer was erleben will, muss ein kleines Risiko in Kauf nehmen (in unserem Fall wäre das: Ein Flugzeugabsturz oder arge Turbulenzen, bei denen unsere Kinder, die man in diesen Maschinen schlecht angurten kann, durch die Luft fliegen, oder 1 schreiendes und 1 erbrechendes Kind oder 2 schreiende Kinder). Aber ich bin guter Dinge, dass das total lustig wird.

Ennios Entwicklung schreitet übrigens in rasendem Tempo voran. Er robbt sich schon durchs ganze Zimmer, mit Vorliebe hinter Luftballoons hinterher, plaudert in lustigen Tönen, zahnt (bloß dass sich die Beißerchen nicht blicken lassen) mit heißen, roten Wangen und viel Spucke vor sich hin, isst am liebsten keinen Brei mehr sondern will mir mein Kipferl in der Früh aus der Hand reißen (welches zu essen natürlich etwas schwierig ist ohne Zähne...) und und und. Heut Abend haben wir ein neues Spiel entdeckt, ich nenne es Klopf-Klopf. Dabei hält er einen Becher in der Hand und ich einen und einmal klopfe ich mit meinem Becher auf seinen und dann sage ich "So, jetzt Du" und dann klopft er auf meinen Becher. Das funktioniert total gut - ich finde es großartig, wie toll er das kann und vor allem versteht, WANN er klopfen soll. Kinder sind Großartig!

Lily ist momentan sehr damit beschäftigt, autonom zu werden. Ja, man kennt es auch als Trotzphase... Nun war es leider notwendig, dass ich für uns Hilfe organisiert habe in Form einer Supernanny, auch genannt Erziehungs-Coach, da man bei einem so besonders klugen Kopf wie Lilys mit einem einfachen "So ist das eben" oder "Es muss so sein weil wir als Eltern es besser wissen" oder mit langwierigen Erklärungen oder mit gleichermaßen ausufernden Wutdemonstrationen wie das Kind nicht weit kommt. Frustration auf allen Seiten gab es da bei uns. Nun bin ich ja glücklicherweise durch meinen Beruf schon ein Stück weiter und weiß rein theoretisch was man praktisch tun könnte, wie man es leichter machen kann für alle. Aber in der Situation ist es halt nicht so einfach, sich daran zu halten, was man in schlauen Büchern gelesen hat. Martina, unsere Erziehungs-Coachin, war also da und hat uns ganz praktische Tipps und Tricks verraten, wie es geht. Und uns nebenbei über die Schulter geschaut, wie wir es schon machen wenn wir ganz fokussiert sind. Und tatataaaa - das klappt gut. Unser Rezept für ein gutes Zusammenleben ist: Empathie zeigen & Begleiten statt Argumentieren & Demonstrieren, Berühren/Körperkontakt statt nur Reden und auch klare Regeln, was unseres Erachtens im Familienzusammenleben gar nicht geht. Schauen wir, wohin die Reise geht!

Leider hatten wir diese Woche auch eine sehr traurige Zeit, da meine Schwägerin - die große Schwester meines Mannes - unsere kleine Nichte in der 24. Schwangerschaftswoche still zur Welt bringen musste. Sie war 22 cm groß, knapp 400 Gramm schwer und es ist uns allen ins Herz gefahren, dass sie unsere große Familie nicht wie erwartet im Sommer dJ erweitern wird. Die kleine Maus wird immer in unseren Herzen sein, auch wenn wir sie nicht kennenlernen dürfen. Eine liebe Bekannte hat mir dieses Gedicht zukommen lassen, welches ich wunderschön finde und hier gerne als Andenken posten möchte:
Sag mir, kleiner Engel, wo ist Deine Welt?
Ist es dort bunt und schön, wie's Kindern gut gefällt?
Wohnst Du kuschelig warm im hellen Wolkenhaus?
Und wie sieht von dort oben ein Regenbogen aus?

...Sag mir, kleiner Engel, hast Du Freunde dort,
und bist nicht allein an jenem fernen Ort?
Spielt Ihr schön zusammen, ohne Zank und Streit?
Erzählt Ihr Euch Geschichten vor der Schlafenszeit?

Sag mir, kleiner Engel, träumst Du manchmal von mir?
Kannst Du mich wirklich hören, wenn ich sprech' zu Dir?
Und wenn ich einmal weine, siehst Du meine Tränen?
Erahnst Du meine Wünsche, mein nimmermüdes Sehnen?

Sag mir, kleiner Engel, wie lern' ich zu verstehen,
daß so viele Babys zu den Sternen gehen?
Hilf mir zu akzeptieren, daß Du nicht bei mir bist...
und tröste bitte jeden, der auch sein Kind vermißt.

Ralf Korrek, 03.07.2007

Es war so ergreifend, dieses Schicksal zu spüren im engsten Familienkreis. Obwohl ich mit meiner Schwägerin nicht blutsverwandt bin habe ich mich ihr doch so sehr verbunden gefühlt, allein durch die Tatsache, dass ich Mutter bin. Ich habe für sie die Geburtskerze angezunden, scheinbar instinktiv schon am Tag vor der erschütternden Nachricht, das erste Mal seit Ennios Geburt. Die schöne rote Kerze hat dann die ganze Zeit während der Geburt in unserem Wohnzimmer für sie gebrannt und eine weiße Kerze als Zeichen, dass diese wunderschöne kleine Seele weiterwandern kann wohin sie wandern muss. Lily hat das ganze sehr genau verfolgt und ich denke sie hat schon sehr gut verstanden, worum es geht, warum wir traurig sind und was geschieht. Ich finde es ist sehr berührend, wie sehr wir Frauen miteinander in einem engen Band zueinander stehen, sobald wir 1. anfangen zu menstruieren und 2. geboren haben. Das ist ein großes Privileg und ich bin zutiefst dankbar dafür.

Vielen Dank an dieser Stelle also allen Frauen, die mein Leben so regelmäßig bereichern, vielen Dank auch allen Männern in meinem Leben, die ihrerseits der weiblichen Energie einen Gegenpol bieten und alles in Balance halten. Vielen Dank dafür, dass alles ist wie es ist!

Samstag, 22. Januar 2011

Autosuche die 2.

So! Jetzt ist es wieder soweit. Wir suchen ein gescheites Auto, damit wir alles reinbekommen und ich mir beim Ein- und Aussteigen nicht weh tue. Eigentlich hätten wir das ja schon in der Schwangerschaft machen sollen, aber mein Mann ist - ja, er hat gestanden - hoffnungslos und auf alle Zeit in seinen Alfa Romeo 159 verliebt. Da kann ich einpacken. OK, zugegebenerweise fährt sich der Wagen sehr gut. Man kann damit rasant um die Kurve donnern, an Ampeln ein nettes "Hatzerl" hinlegen und wenn man einen anderen penetrant die Vorfahrt nimmt, erntet man statt eines Stinkefingers ein dezentes Handheben (=Tut mir leid, dass ich Ihnen im Weg war). Der Wagen vermittelt, warum auch immer, Respekt. Oder macht Angst - wer weiß, ob der/die Fahrer/in nicht einen Mafiosi in der Familie hat...

Trotzdem: Eine Familienkutsche ist der Wagen nicht. Und das ist bei 2 Kids mitunter ein wengerl mühsam. So unlängst: Wir waren Eislaufen und wollten am Heimweg Lily's Tante mitnehmen (die wirklich eine superschlanke Figur hat). Die Arme musste zwischen 2 Kindersitzen eingezwängt die Fahrt verbringen, wobei wir eh das eine Isofix-Unterteil abmontieren mussten.

Deshalb ist es wieder soweit, dass wir Van für Van für Van testen. Heute haben wir den Ford Grand C-Max angeschaut und der ist hoch im Kurs. Mehr dazu demnächst...

Mittwoch, 5. Januar 2011

Und so war Weihnachten - Höhen und Tiefen

Aaalso, das mit dem Wickel hat super funktioniert. Ich habe zwar dennoch eine leichte grausige Nebenhöhlen-Geschichte bekommen, aber bin nur einmal des Nächtens zum Apothekenschrank um ein Nasivin gewandelt. Natürlich kann es auch daran liegen, dass ich meine Plazenta-Globuli eingeworfen habe und meine Nase nach dem Salzwasser-Spülgang mit frischer Muttermilch (endlich ist dieses Wundermittel wieder in rauhen Mengen verfügbar!) entbakteriealisiert habe (ha, wer dieses Wort auf Anhieb richtig lesen kann bekommt von mir ein Zuckerl). Muttermilch ist für mich persönlich DAS Heilmittel überhaupt. Das habe ich schon gegen alles eingesetzt. Schnitte, wunde/rote Haut, Nasennebenhöhlenentzündung-/-eiterung, Augenentzündung, Hals-Tumore im Anfangsstadium (bei meiner Mami, das hat tatsächlich eine Zeit lang geholfen!!! Doof, dass wir dann damit aufgehört haben weil wir dachten, die "Halsentzündung" - die ja keine war :-( - ist weg), Schnupfen, Husten, und natürlich ab sofort Darm-Erkrankungen. Ja, mein Liebster hat nämlich sowas ausgefasst, juchhe. Wobei ich glaube ich angefangen habe damit. Aber fangen wir von vorne an.

Ich hatte also endlich meinen kleinen Infekt im Griff und wollte mich dann so richtig auf Weihnachten einlassen. Doch so richtig wollte es nicht gelingen, denn... das darf ich nicht sagen! Aber ihr erfahrt es sobald ich darüber schreiben darf, haha! Es ist aber nichts Schlimmes. Relativ gesehen. Nun denn. Wir verbrachten also die Weihnachtsfeiertage in gemischter Stimmung. Am 24. war es recht fein, mein Papa schaute kurz vorbei um uns Geschenke zu bringen, die das Christkind (bei uns ist das ein Licht-, Liebe- und Geschenkebringendes Schutzengelchen) bei im gelassen hat. Lily war ganz aus dem Häuschen! Das Mittagessen ließen wir gleich mal aus und genehmigten uns Brote. Am späten Nachmittag aßen wir dann ein Fondue, nur haben wir die Zeit ziemlich übersehen, denn flugs war es 17 Uhr und Ennio totmüde und das Christkind hat wohl auch die Zeit übersehen... Also haben wir Ennio erst ins Bett gebracht und Lily wartete mit Papa in ihrem Kinderzimmer aufgeregt auf das Christkind, welches kurz zuvor beim Fenster hereingeschaut hatte. Und dann.....

KINDER: lest unten weiter!!!

Für Eltern: .... und dann habe ich heimlich still und leise Lilys neues Playmobil Stadthaus unter den erleuchteten Christbaum getragen, Geschenke für den Liebsten zurechtgerückt und das Glöckchen geläutet.

KINDER: Hier dürft ihr weiterlesen!
Lily kam dann mit Papa herunter und war wirklich sowas von begeistert! DAS CHRISTKIND HAT EIN HAUS FÜR DIE MAXERL GEBRACHT! Natürlich ist es damit durch unser großes Wohnzimmerfenster geflogen (weil das so schwer war hat es auch so lange gebraucht mit dem Fliegen). Lily war ab da nicht mehr ansprechbar. Sie hat nur noch gespielt. Lustigerweise hat sie ein blondes kleines Playmobilmädchen als Christkind auserkoren, das fortan durch die Playmobil-Haus-Fenster fliegen musste....
Der Liebste und ich konnten uns also in Ruhe unseren Geschenken widmen. Hach, und wie schön die doch sind! Ich habe - unter anderem - die edelste und schönste Bettwäsche bekommen, die ich mir hätte wünschen können (habe ich nicht - mein Mann hat es erraten. Gut, er weiß halt, dass er damit nicht falsch liegen kann. Ich habe einen ziemlichen Unterwäsche, Pyjama und Bettwäsche-Tick...). Als ich dieser Tage auf unsere Kreditkartenabrechnung geschaut habe, wollte ich die Wäsche dann wieder eilig und ob des horrenden Wertes zurücktragen. Dumm aber auch, dass sie schon gewaschen ist hahaha! Naja, es geht ja sowieso nichts über einen ordentlichen Schlaf. Aber Männer wenn ich dachtet, Schuhe wären teuer, dann legt Euch lieber keine Frau mit Bettwäsche-Tick zu ;-) Der weitere Abend verlief gemütlich und schmusig, Lily wollte natürlich nie wieder schlafen gehen sondern nur noch spielen. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft. Ennio hat wirklich alles verschlafen. Der Süße!

Am 25. sind wir dann zu des Liebsten Eltern getingelt, wo auch 2 seiner 3 Schwestern inkl. besseren Hälften anwesend waren. Das war ganz nett. Auch wenn ich es im nächsten Jahr sicher nicht mehr machen werde. Warum? Ganz einfach: Ich finde, Weihnachten gehört mit Kindern in deren Zuhause. Nicht zu irgendwem sonst. Insbesondere mag ich es nicht, wenn man wirklich nochmal Bescherung macht, also mit Kerzen-auf-dem-Baum-Anzünden und so. Das finde ich unnötig. Dazu kommt leider, dass der Opa väterlicherseits (also des Liebsten Vater) stets eine Laus hat, die ihm über die Leber gelaufen ist. Bei uns ist das zur Zeit so, dass er von einem Tag auf den anderen einen uralten Konflikt wieder aufleben ließ. Seinerzeit hat sich mein Mann nämlich erlaubt, bei der Hochzeit meinen Nachnamen anzunehmen, wodurch sein Vater einen Bruch erkennen wollte. Nachdem wir viele böse Stunden und Wochen hatten, galt der Konflikt im Grunde als geheilt und man konnte nicht erkennen, dass es anders war. Bis Ennios Geburt jedenfalls. Denn da brach scheinbar alles wieder hervor. Sprich: Opa gratulierte uns weder zur Geburt, noch war er beim Namensfest anwesend, noch sprach er überhaupt mit uns oder würdigte uns eines Blickes. Bis heute hat er kein Wort zu oder über Ennio gesagt. KEIN WORT! Ist das zu glauben?

Na und herrlich, in diese Stimmung darf man dann Oh du Fröhliche singen. Nein danke. Ich Gutmütige habe mich breitschlagen lassen, dem Fest dort eine Chance zu geben, aber es war wirklich etwas skurril. Thema Nummer 2 ist nämlich, dass die Großeltern Väterlicherseits sich vor einiger Zeit eine sündteure Immobilie im Süden zugelegt haben. Einen Feriensitz. Einen recht Luxuriösen. Jedenfalls führte der Kauf dieses Objektes zu so manchem Streitgespräch innerhalb der geschwisterlichen oder familiären Bande. Für mich, die ich aus recht armen Verhältnissen stamme, ist das sowieso nicht nachvollziehbar, dass man in fortgeschrittenem Alter noch anhäuft statt - unter den Kindern und Enkelkindern - aufteilt. Aber es ist nicht unser Geld und deshalb haben wir uns einfach mitgefreut mit den Großeltern. Und unsere Meinung dazu hinten angestellt.

Da aber abgesehen von den Großeltern väterlicherseits niemand in der restlichen Familie über einen großen finanziellen Spielraum verfügt, erschien es dann aber doch nahezu skurril, dass Omi schließlich eine Weihnachtsgeschichte über einen Mann vortrug, der sich 500,- Euro aus der Kasse eines Supermarktes klaut, weil er so gern mal zu Weihnachten so richtig was ausgeben würde (also sehr arm ist). Am Ende der Geschichte hat er das ganze gestohlene Geld für irgendwelche guten Zwecke ausgegeben und erwacht aus einem Traum. Die Geschichte war - ratet mal! - von Oma selbst geschrieben worden. Ich kam mir dabei ehrlich gesagt vor wie in einem schlechten Steh-Greif-Theaterstück. Niemand konnte sich dazu durchringen, irgendwelche lobenden Worte für die - an sich ja gelungene - Geschichte zu finden, da es doch wirklich zu obskur war, in Anbetracht der finanziellen Tatsachen und Umstände. In mir löste diese Geschichte solches Unbehagen aus, dass ich fast rausgehen musste. Ich selber konnte in der Geschichte nämlich Situationen aus dem Leben meiner elterlichen Familie wiederfinden, an die ich ungern denke. Komisch, wie jemand, der gar nicht weiß, was es für eine Familie heißt, zu Weihnachten um Strom, Heizung und Essen bangen zu müssen, zuerst eine Sümmchen für etwas von mehreren hundertausend ausgibt für etwas das man gar nicht braucht, dann so eine Geschichte schreibt und dann zu XMas präsentiert. Das leuchtet mir nicht ein...

Ich schluckte also heftig und ließ dann eine - weitere - Bescherung über uns ergehen.

Es wurde dann aber noch ganz nett. Ansich ist des Liebsten Familie nämlich sehr liebenswert. (Vom Opa mal abgesehen. Der verhält sich nämlich nicht liebenswert.) Lily bekam zwei weitere Zimmer und eine Pferdekoppel für ihr neues Maxerl-Haus, Ennio eine hübsche Holz-Arche-Noah, die er mit Vergnügen ablutschte. Nach einem sehr leckeren Abendessen zogen wir dann schon bald wieder nach Hause und hatten noch einen angenehmen Abend.

Den 26. verbrachten wir dann bei meinem Bruder und seiner Familie, was sehr angenehm war. Auch hier gab es ein leckeres Mittagessen und vor allem Spaß. Lily hatte ihre große Cousine zum Spielen, und wir hatten einander zum blödeln und lachen. Man muss dazu sagen, dass auch hier eine lange Geschichte dahintersteckt. Mein Bruder hatte nämlich jahrelang einen Konflikt mit seinem Vater (hatten wir das nicht schon mal irgendwo?), und wir keinen Kontakt, bis ich 2007 endlich den Mut fand, meinen Bruder wieder in unser Leben zu holen. Die "Rückkehr" meines Bruders und seiner eigenen Familie zu uns war von Liebe und Vergebung geprägt. Es gab kein einziges böses Wort mehr seit damals. Die alten bösen Streitigkeiten und Konflikte haben sich wirklich in Nichts aufgelöst. Ich war so glücklich, dass unsere Lily auch ihre Familie mütterlicherseits kennenlernen kann. Wie viele wissen, hat alles im Leben seine Zeit und für uns war diese die Richtige. Nicht einmal eineinhalb Jahre später, am 8.1.2009, ist meine Mama so überraschend gestorben. Mein Bruder meinte, er hätte nie zuvor eine so schöne Zeit mit seiner Familie elterlicherseits gehabt. Natürlich schwingt in unserer Familie das Fehlen unserer Mama sehr stark mit. Ich glaube, jeder von uns denkt tagtäglich an sie. Und an Weihnachten hat man natürlich was die Mama betrifft, besonders starke Erinnerungen und Gefühle.

Zu Silvester war es dann noch ganz spannend. Ich hatte nämlich schon ein paar Tage zuvor aus heiterem Himmel starke Bauchschmerzen, sodass ich kaum aufstehen und nix heben konnte. Klein-Ennio wurde von Papa rumgeschleppt und am 31. wurde es mir zu heftig, sodass wir gegen 16:00 Uhr noch ins KH Mödling fuhren, um das noch kurz checken zu lassen. Dort auf der Gynäkologie angekommen, war... NICHTS los! Die waren wohl ziemlich enttäuscht, dass ich nicht das Silvester-Baby gebären werde, denn die Schwester die ich über die Gegensprechanlage anrufen musste, damit ich angeschaut werde, meinte, ich müsse warten. Nach einer halben Stunde fand ich dass ich genug gewartet hatte und läutete nochmals. Daraufhin wurde die recht unfreundlich, weil es schon wieder ich und nicht die Silvesterbaby-Schwangere war, und meinte ich habe zu warten weil sie im Kreissaal beschäftigt sind, wie lange weiß sie nicht. Sie muss wohl gespürt haben, dass diese Antwort für eine Schnellgebärende wie mich ziemlich unbefriedigend sein muss, denn schon nach 5 Minuten kam sie und nahm mir recht unfreundlich aber mit aufgesetztem Lächeln Urin ab (für einen Schwangerschaftstest - HAHAHA, die Frau dachte, wir hätten schon wieder XXX gehabt). Kurz darauf rauschte der Herr Oberarzt namens Sagmeister heran und bat mich herein und Lily warf er raus (die wollte natürlich mitkommen). Nach einem kurzen freundlichen Anamnesegespräch (Was haben Sie? - Schmerzen im Bauch seit einigen Tagen - Und warum sind sie nicht früher gekommen? - Weil ich dachte, die Schmerzen gehen von selbst wieder weg!? - Ziehen Sie sich aus.) durfte ich mich auf den Gyn-Stuhl setzen und wurde mit dem Spekulum in Größe eines Schöpfers sowie einem Ultraschall ziemlich grob und wortlos vaginal untersucht (Tut es da weh? - JA! - Aha. Von mir aus sind sie gesund.). Auf meine Antwort, warum ich denn noch keine Schmerzmittel genommen habe ("Dann weiß ich ja nicht, woher die Schmerzen kommen!") wurde ich mit Augenrollen und ohne weitere erklärende Worte in die Chirurgie geschickt "Ziehen Sie sich wieder an, dann gehen Sie in die Chirurgie zur weiteren Abklärung"). Mir war zum Heulen. Mittlerweile war es fast 18.00 Uhr. In der Chirurgischen Ambulanz angekommen war....NICHTS LOS. 7 Ärzte (oder waren es PflegerInnen?) kümmerten sich um einen Mann, der Durchfall und Erbrechen hatte (wie seine Begleitperson ausführlich schilderte). Wir mussten warten. Und warten. Und warten. Gegen 18:30 fragte mein Liebster mal eben eine der Anwesenden in Weiß, wie lange es noch dauern würde. Die meinte, sie müssen auf die Befunde aus Baden warten. ÄHM WAS? Er erklärte also, dass es sich nicht um unsere Befunde handelt. Das war der Dame egal. Wir müssen trotzdem warten (wohl, damit sie in Ruhe fertig Computerspielen konnte). Nach einer weiteren halben Stunde war mir das dann zu blöd und wir sind wieder heim gefahren. Leider kann ich dieses Krankenhaus wirklich nicht empfehlen, denn immer wenn wir dort waren sind wir derart mies behandelt worden, dass man sich fürchtet, etwas Ernstes zu haben.... Fragen? Unerwünscht! Ansprüche? Unerwünscht! Nette Behandlung? UNERWÜNSCHT!

Wenigstens war es jetzt schon 19:00 und bis Mitternacht nicht mehr weit. Nachdem wir Ennio ins Bett gebracht haben, machten wir es uns vor dem Fernseher gemütlich (Lily auch), bis wir so müde waren, dass wir um 23:00 Uhr doch lieber ins Bett gewandert sind. War wohl nix!

Dafür waren wir, nachdem ich immer noch arges Bauchweh hatte und mich der Arzt beim telefonischen Funkdienst verunsichert hatte, am Sonntag nochmal im St. Josef Krankenhaus, wo wir zuerst mal in die falsche Ambulanz gingen. Dort telefonierte eine sehr nette Krankenschwester sofort herum, um die richtige Ansprechperson ausfindig zu machen. Eine andere Schwester begleitete uns dann mit vielen lieben Worten für die Kinder und mich (ich wünsche Ihnen alles Liebe, und dass nichts gefunden wird!!) zu eben dieser. Gut, die war jetzt dann kein Charmebolzen, aber hatte auch schon seit vergangenem Nachmittag Dienst (denn mit dieser Ärztin hatte der Liebste schon am Vortag telefoniert). Sie begleitete mich dafür zu einem sehr netten Oberarzt, der einen Ultraschall meiner Bauchorgane durchführte, wo zum Glück nichts Beunruhigendes festgestellt werden konnte. Danach wurde ich noch einem anderen Arzt vorgestellt, der meinen Bauch eingehend abtastete und Blut wurde mir auch abgenommen. Glücklicherweise war alles im Normalbereich. Es könne eine leichte Entzündung im Darm sein, die man so nicht feststellen kann. Na jedenfalls waren wir jetzt mal beruhigt!

Bauchweh habe ich immer noch. Keine Ahnung was das ist, aber es führt mich wieder zurück zu meinem Eingangs erwähnten kränklichen Göttergatten. Dem habe ich heute eine Suppe gekocht und Zwieback gereicht. Lily hat leider auch etwas Durchfall ausgefasst, sodass ich ihr vorhin kurzerhand abgepumpte frische Muttermilch verabreicht habe (Mhhhmmm Mami, das ist lecker! Ich bin dein Baby gut?). Wie hat meine Mama schon gesagt? "Hüft's nix, Schod's nix!"

PS: Beim nochmaligen Lesen fällt mir auf, dass der Mann in Mödling Durchfall und Erbrechen hatte. Na? Klingelt es bei Euch auch?? Dabei haben wir uns zirka 09809 x die Hände desinfiziert. Da sieht man es wieder: Wer gesund bleiben - sein - werden möchte, sollte sich wenn dann in ein GESUNDENHaus begeben, nicht in ein Krankenhaus ;-)

Dienstag, 7. Dezember 2010

Die Weihnachtszeit zum ersten Mal zu viert...

Kaum zu glauben: Der Dezember ist da! Und mit ihm kamen meines Erachtens Unmengen an Schnee. Wir romantisch! Wir haben es richtig kitschig angegangen mit dem Advent: Feuer im Ofen, Lebkuchen, Kerzen in der Laterne vor dem Fenster... Am Sonntag haben wir schon Nikolo gefeiert. Irgendwie ist es ja für gerade gewordene Eltern eine kleine Herausforderung, sich eigene und neue Traditionen rund um solche Jahresfeste zu gestalten. Da wir keiner offiziellen Religion angehören, praktizieren wir wohl eine ganz eigene Mischung. Da wäre mal generell der Advent. Warum zünden wir jeden Sonntag eine Kerze an? Habe beschlossen, Lily zu erklären, dass wir es tun, weil wir uns im Dunklen Winter freuen, dass es noch Licht gibt - sprich: Hoffnung, Liebe, Freude... Weihnachten soll für uns ein Fest der Liebe sein, auf das wir uns durch dieses Licht vorbereiten. Ich habe ihr natürlich auch erklärt, dass es Christen gibt, die glauben, dass an diesem Tag ein Mann namens Jesus zur Welt kam und deshalb Weihnachten feiern. Das war ihr ziemlich wurscht glaub ich hihihi (vielleicht habe ich mich auch zu kompliziert ausgedrückt beim erklären....).

Dann natürlich das Nikolofest. Wir feiern es, weil es Spaß macht, Lily die Woche vorher zu sagen "du musst artig sein und der Mami folgen, dann kommt auch der Nikolo und bringt dir was". Pädagogische Wertigkeit gleich Null, aber egal. Einmal im Jahr hat Mama dann Urlaub und hoffentlich ein braves Kind! Jedenfalls war der Nikolo bei uns der Renner und hat Nüsse, Äpfel, Mandarinen und Schokolade mitgebracht. Und ein Badebaby. Denn das Alte (meine alte BabyBorn, ja solange gibt es das Teil schon!) war wohl schon innerlich verschimmelt und grausig hoch 10, sodass wir es entsorgt haben. Natürlich fiel das Lily - Kleinschlaumeierin - sofort auf. "Mamaaa, wo ist das Badebaby?" 'Öhhhm,, also.... das ist auf Urlaub gefahren" "NEEEEEEIIIINN ich will das BADEBABY" Kurzerhand habe ich daraufhin beschlossen, dass es auf Urlaub gefahren ist und am Nikolotag - sofern Lily brav ist - zurückkommen wird. Und so war es auch. Natürlich hat es sich im Urlaub umstylen lassen: Es ist geschrumpft, hat Kleidung und ein Töpfchen mit und einen echten Penin (wir benützen daheim das "richtige" Wort für den kleinen Pullerkuller, aber wer weiß wo ich dann in der Suchmaschine lande wenn ich das hier reinschreibe!). Getauft wurde das Badebaby nun auch gleich. Es heißt jetzt Peter (wie unser Nachbar, den findet Lily ganz toll).

So war das Nikolofest ein ziemlicher Renner bisher. Schauen wir mal, wie Weihnachten so wird. Mir graut ein wenig davor, mit 2 Kindern zur Verwandtschaft tingeln zu müssen. Aber das ist eine andere Geschichte....

PS: Ich habe übrigens schon wieder mein altbekanntes und zu Nebenhöhlenentzündung führendes Halsweh. Deshalb bin ich gerade auf Ibuprofen und sitze mit einem dicken Leinsamenwickel vor dem Laptop - ich hoffe stark, dass das hilft. Werde dann berichten...